Double Top 5: Die erfolgreichsten Artikel auf Offiziere.ch in 2015

Rund 25’000 Besucher informieren sich inzwischen monatlich auf Offiziere.ch über Sicherheitspolitik im Spezifischen und Internationale Beziehungen im Allgemeinen. Nicht ganz 2/3 der Leserschaft wurden im deutschsprachigem Raum erreicht, mehr als ein Drittel erreichte die Webseite aus dem Rest der Welt (Tendenz steigend). Insgesamt erschienen 2015 186 Artikel von rund 20 Autoren aus dem In- und Ausland. Zwar konnte damit die Artikelanzahl von letztem Jahr nicht erreicht werden, doch dafür waren wir bemüht die Qualität der Artikel weiter zu steigern.

Auch im 2016 wird die Anzahl der Artikel voraussichtlich auf diesem quantitativen und qualitativen Niveau bleiben. Dabei können uns interessierte Autoren helfen, die unser Team bereichern wollen. Interesse? Einfach hier melden!

An dieser Stelle präsentieren wir die meist gelesenen Artikel innerhalb der letzten 365 Tage des Jahres 2015, die auf Offiziere.ch erschienen sind…

• • •

Top 5 der deutschsprachigen Artikel

Platz 1: Anschaffung neuer Sturmgewehre – Frankreich & Deutschland starten Dialog
von Björn Müller (Journalist — Facebook / Twitter / Website)

Alles schick bei Frankreichs Soldaten, doch ihr Sturmgewehr FAMAS gilt, wie das deutsche G36, als veraltet und soll ersetzt werden (Foto: Stephan Rosger).

Alles schick bei Frankreichs Soldaten, doch ihr Sturmgewehr FAMAS gilt, wie das deutsche G36, als veraltet und soll ersetzt werden (Foto: Stephan Rosger).

Im April 2015 entschied Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, dass das HK G36 keine Zukunft mehr bei der Deutschen Bundeswehr hat, nachdem festgestellt wurde, dass beim heißgeschossenen Zustand ein Gegner auf einer Entfernung von 200 Metern nicht mehr sicher bekämpft werden konnte. Auch die FAMAS, die Ordonnanzwaffe der französischen Streitkräfte, wird zukünftig durch ein neues Gewehr ersetzt werden, nachdem es bereits 2009 Gerüchte um einen Ersatz gab.

Platz 2: Die Taktische Medizin – Der notwendige Sanitätsdienst in der modernen Armee
von Omar Abdel Aziz (Major, Dr. med., Arzt Stab Kommando Spezialkräfte der Schweizer Armee und Vorstandsmitglied Schweizerische Vereinigung für Taktische Medizin)

Corporal Kyle Blumenstock, age 19 at the time, was caught by an IED near Fallujah, Iraq in November 2004. His wounds were typical: the unprotected parts of the body are injured by dirt, stones and metal pieces thrown up by the bomb. Both eardrums were torn. By early 2009, he no longer had any permanent damage, was back in the Marine Corps, and served a third tour in Iraq.

Corporal Kyle Blumenstock, age 19 at the time, was caught by an IED near Fallujah, Iraq in November 2004. His wounds were typical: the unprotected parts of the body are injured by dirt, stones and metal pieces thrown up by the bomb. Both eardrums were torn. By early 2009, he no longer had any permanent damage, was back in the Marine Corps, and served a third tour in Iraq.

Die Taktische Medizin ist der Überbegriff für die Notfallmedizin in taktischen Lagen mit erhöhter Bedrohung. Mit anderen Worten ausgedrückt: “Good medicine in bad places”. Die Erfahrungen der letzten militärischen Konflikte zeigen, dass Fortschritte in Ausrüstung, Taktik und Ausbildung das Überleben des Soldaten erhöht haben. Ein wichtiger Faktor ist die immer bessere und raschere medizinische Versorgung an der Front zusammen mit einer raschen Evakuation in die nächsthöhere Behandlungsstelle. Dieser Artikel erklärt die Taktische Medizin, ihre Entstehung, ihren Inhalt und ihre Bedeutung in einer modernen Armee.

Platz 3: Frankreichs Krieg gegen den IS – Offenbarungseid einer Militärmacht
von Björn Müller (Journalist — Facebook / Twitter / Website)

Die französischen Streitkräfte wirken im Kampf gegen den IS irgendwie verloren (Foto: Archangel 12).

Die französischen Streitkräfte wirken im Kampf gegen den IS irgendwie verloren (Foto: Archangel 12).

Die Terroranschläge in Paris haben gezeigt, dass sich Frankreich alleine gegen terroristischen Bedrohungen nicht zur Wehr setzen kann. Das Land ist auf eine enge militärische und geheimdienstliche Kooperation angewiesen, um Terrorismus effektiver bekämpfen zu können. Nach nur zwei Jahren war damit die französische Sicherheitsdoktrin zur Makulatur geworden.

Platz 4: Deutschlands Beitrag im Kampf gegen den Islamischen Staat – ein Kommentar
von Seka Smith (Politikberaterin)

Tornado_Aufkl

Im Einsatz erprobt: Bereits in Afghanistan flogen Tornados Aufklärungseinsätze (Quelle: Bundeswehr).

Sobald in der Bundesrepublik Deutschland die Rede von einem Militäreinsatz ist, greift ein anti-westlicher Automatismus von linken Gruppierungen: Wir sind dagegen. Dass aber genau diese unüberlegte Haltung diejenigen unterstützt, die durch Terror Angst und Schrecken unter der Zivilbevölkerung verbreiten, kritisiert die Politikberaterin Seka Smith.

Platz 5: Russische Machtpolitik in Syrien
von Patrick Truffer (Student Internationale Beziehungen)

The Russian "PM-56" or "PM-138" - Amur class floating workshop in the Russian naval facility in Tartus, June 04, 2014. (identified by <a href=

Chris Biggers – thanks!).” width=”614″ height=”393″ /> The Russian “PM-56” or “PM-138” – Amur class floating workshop in the Russian naval facility in Tartus, June 04, 2014.

Der Bürgerkrieg in Syrien ist längst zu einem internationalen Krieg geworden, in dem verschiedene Akteure unterschiedliche Fraktionen unterstützen. Von dieser Zersplitterung profitierte vor allem die Terrororganisation “Islamischer Staat“, die sich im zurückliegenden Jahr trotz Bombardements durch die US Air Force ausbreiten und rund 30’000 neue Kämpfer rekrutieren konnte. Nur eine Bodenoffensive könnte die Terrororganisation nachhaltig zurückdrängen, doch kein ausländischer Staat will sich dahingehend engagieren. Nur der syrische Machthaber Baschar al-Assad wäre dazu vielleicht noch in der Lage — dessen Streitkräfte kontrollieren jedoch nur noch 40% des syrischen Territoriums. Doch wer will schon mit jemandem zusammenarbeiten, der Fassbomben wahllos auf die Zivilbevölkerung abwirft? Richtig: der russische Präsident Vladimir Putin.

• • •

Top 5 der englischsprachigen Artikel:

Platz 1: Comprehensive Infographic about the Russian Intervention in Syria (December 2015 Update inclusive)
von Louis Martin-Vézian (CIGeographyFacebook / Twitter)

Version 2.1 - 20151211. Click on the infographic for a high-resolution version with a size of 2520×4344.

Version 2.1 – 20151211. Click on the infographic for a high-resolution version with a size of 2520×4344.

Die umfassende und hochauflösende Infographik (2520 x 4344) zeigt das Ausmaß der russischen Intervention im syrischen Bürgerkrieg. Louis Martin-Vézian verzeichnete unter anderem Luftangriffe samt Anflugwegen, die zwischen dem 30. September bis zum 12. Oktober 2015 durch russische Flugzeuge, wie bspw. die strategischen Bomber des Typs Tu-22M3 Backfire oder Tu-95MS Bear, durchgeführt worden sind. Interessant sind auch die Zusammenstellungen der Luftabwehreinheiten und der Marineverbände, die durch Russland nach Syrien verlegt worden sind.

Platz 2: “It’s the Organisation, Stupid!” — The Motivating Force Behind Russias New Military Might
von Björn Müller (Journalist — Facebook / Twitter / Website)

The T-14 Armata Main Battle Tank -- but the capabilities of the Russian forces comes not only from their hardware. It’s the organisation, which matters.

The T-14 Armata Main Battle Tank — but the capabilities of the Russian forces comes not only from their hardware. It’s the organisation, which matters.

Seit dem Kaukasuskrieg 2008 hat sich die Struktur der russischen Streitkräfte wesentlich verändert. Nun waren selbst westliche Experten überrascht, mit welchem Tempo und welcher Präzision Truppenteile nach Syrien verlegt werden konnten. In seinem Artikel geht Björn Müller einer Studie des österreichischen Militärexperten Gustav Gressel nach, der genau jene “stillen Transformation” der russischen Streitkräfte zu einer schnellen Interventionsarmee untersucht hat.

Platz 3: Belarus Preps Additional SU-24M For Export
von Chris Biggers (Public & Private Sector Consultant — Twitter)

Sudan Su-24M Fencer reported at King Khalid Air Force Base in SaudiArabia as part of four aircrafts commited to the Yemen campaign (see also Joseph Dempsey, Research Analyst at the International Institute for Strategic Studies and contributor to "The Military Balance").

Sudan Su-24M Fencer reported at King Khalid Air Force Base in Saudi Arabia as part of four aircrafts (see also Joseph Dempsey’ Twitter feed, Research Analyst at the International Institute for Strategic Studies and contributor to “The Military Balance”).

Für einen internen oder begrenzten Krieg gegen ein Dritte-Welt-Land braucht es nicht immer hochmoderne Waffen, die zudem weit außerhalb der Preisspanne liegen, die solche Staaten gewillt sind auszugeben. Ältere und funktionierende Militärtechnik reicht vollkommen aus, um Krieg zu führen. Insbesondere wenn es darum geht, Bevölkerungsgruppen zu vertreiben. Nun legen Satellitenfotos die Vermutung nahe, dass sich der Sudan mit weiterem Equipment aus Weißrussland eindeckt.

Platz 4: Clarification: Russian SU-30SM in Syria, not SU-27
von Chris Biggers (Public & Private Sector Consultant — Twitter)

AB (19SEPT15) al-Assad International

Missgeschicke können passieren. So hat das Institute for the Study of War basierend auf Satellitenbilder von AllSource Analysis / Airbus Defence & Space die zu Beginn der russischen Intervention im Syrischen Bürgerkrieg auf dem Internationalen Flughafen Basil al-Assad stationierten Kampfflugzeuge fälschlicherweise als Su-27 Flanker identifiziert. Chris Biggers hatte sofort Zweifel an der Richtigkeit und seine detaillierten Untersuchungen führten schließlich zur Erkenntnis, dass Russland seine modernsten Flugzeuge nach Syrien verlegt hatte: die Su-30SM der russischen Marinestreitkräfte. Er war übrigens der Erste, welcher AllSource Analysis auf den Fehler hinwies.

Platz 5: The Hashd: a danger for the Iraqi state or an opportunity for a future interreligious, multiethnic National Guard?
von Austin Michael Bodetti (Student at Gabelli Presidential Scholars Program at Boston College)

Sunni fighters who have joined Shi'ite militia groups known collectively as Hashid Shaabi (Popular Mobilization), who are allied with Iraqi forces against the Islamic State, gesture with their weapons in al-Alam Salahuddin province March 17, 2015 (Photo: Thaier Al-Sudani).

Sunni fighters who have joined Shi’ite militia groups known collectively as Hashid Shaabi (Popular Mobilization), who are allied with Iraqi forces against the Islamic State, gesture with their weapons in al-Alam Salahuddin province March 17, 2015 (Photo: Thaier Al-Sudani).

Die PMF (People´s Mobilization Force; al-Hashd) ist eine vom irakischen Staat unterstützte Dachorganisation, die etwa 40, zumeist shiitische, Milizen vereint. Die PMF wurde 2014 vom irakischen Innenministerium gegründet, um effektiver gegen die Bedrohung durch den “Islamischen Staat” vorgehen zu können. Obwohl die PMF de facto unter der Kontrolle des Staates steht, agieren einige Milizen unabhängig und werden teilweise vom Iran unterstützt. Nichtsdestotrotz konnten sie signifikante Erfolge im Kampf gegen den IS vorweisen. Dennoch stellt sich die Frage, ob die Milizen mit dem irakischen Staat ein dauerhaftes Bündnis geschlossen haben oder sich in Zukunft weigern werden, sich unter das staatliche Gewaltmonopol zu begeben.

Weitere Informationen:
Double Top 5: Die erfolgreichsten Artikel auf Offiziere.ch in 2014

This entry was posted in Armed Forces, Authors, Belarus, English, History, Intelligence, International, Iran, Iraq, Russia, Security Policy, Seka Smith, Sudan, Technology, Terrorism.

Leave a Reply