Kosovo und das internationale Sezessionsrecht

Ein Gastbeitrag von H. Ebert

Grenzziehung nach den beiden Balkankriege (1912/13)

Grenzziehung nach den beiden Balkankriege (1912/13)

Von 1449 bis 1912 war der Kosovo Teil des Osmanischen Reiches und wurde nach der Befreiung von den Türken 1912 (Erster Balkankrieg) unter Serbien und Montenegro aufgeteilt. 1918 wurde Serbien und Montenegro – und damit auch das Gebiet des heutigen Kosovos – ein Teil des Königreichs Jugoslawien. Während des Zweiten Weltkriegs, zwischen 1941 und 1945, besetzten die Deutschen Serbien und den nördlichen Kosovo, die Italiener besetzten Albanien und den südlichen Kosovo. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Kosovo innerhalb Jugoslawiens der Teilrepublik Serbien zugeordnet. Wegen den Spannungen zwischen der serbischen und der albanischen Bevölkerung, erhielt der Kosovo den Status einer autonomen Region und wurde 1963 zur autonomen Provinz innerhalb Serbiens erklärt. Damit wurde der Kosovo de facto den anderen Teilrepubliken gleichgestellt, erhielt aber nie den formalen Rang einer jugoslawischen Teilrepublik. Mit der Änderung der jugoslawischen Verfassung 1974 wurden die zuvor schon bestehenden Autonomierechte weiter ausgebaut, die einzige Ausnahme zu den formalen Teilrepubliken bestand im fehlenden Sezessionsrecht (Quelle: “Kosovo Spring“, International Crisis Group, 20.03.1998, p.54). Nach dem Tod von Josip Broz Tito kam es im Kosovo in Verbindung mit der Forderung der Bildung einer unabhängigen Republik zu Spannungen und im April 1981 zu Unruhen, bei denen 9 Personen starben und mehr als 50 Personen verletzt wurden. Die Forderung nach Unabhängigkeit bekam durch eine sich verschlechternde wirtschaftliche Lage nach dem Tod Titos und einem zunehmenden Nationalismus in allen jugoslawischen Teilrepubliken starken Aufwind. Zwischen Februar 1980 und Februar 1981 sank die Produktion im Kosovo um 2% und gleichzeitig stiegen die Lebenshaltungskosten in Jugoslawien um 40,5% (Quelle: David Binder, “One storm has passed but others are gathering in Yugoslavia“, The New York Times, 19.04.1981). Seit diesen Ereignissen kam es zu einem verstärkten Wegzug der Kosovo-Serben, zu Represalien gegenüber Kosovo-Albanern und damit verbunden zu vereinzelten Übergriffen auf Kosovo-Serben (Quelle: Marvine Howe, “Exodus od Serbians stirs province in Yugoslavia“, The New York Times, 12.07.1982). Im April 1987 traf sich Slobodan Milošević mit einer Delegation von Kosovo-Serben und Montenegris in Fushë Kosova, einer Kleinstadt im Kosovo. In der Nähe dieser Kleinstadt fand am 28. Juni 1389 die für die serbische Geschichte wichtige Schlacht auf dem Amselfeld statt. Während des Treffens zwischen Milošević und der Delegation kam es in Fushë Kosova zu Auseinandersetzungen zwischen rund 15’000 Kosovo-Serben und Montenegris mit der Polizei, was zu weiteren Unruhen im ganzen Kosovo führte (Quelle: “Protest Staged by Serbs In an Albanian Region“, The New York Times, 26.04.1987). Die Lage verschärfte sich 1989 deutlich, nach dem die Autonomierechte Kosovos auf Betreiben des zu dieser Zeit als serbischer Präsidenten amtierender Milošević durch einen Beschluss des serbischen Parlaments aufgehoben und auf den Stand von 1963 zurückgesetzt wurde. Auf der kosovo-albanischen Seite kam es zu Streiks und Protesten, die serbische Seite reagierte mit Repressalien und Festnahmen (Quelle: “Kosovo Spring“, International Crisis Group, 20.03.1998, p.55). Ausserdem hielt Milošević am 28. Juni 1989 die “Amselfeld-Rede“, anlässlich des 600. Jahrestags der Schlacht auf dem Amselfeld, welche den serbischen Nationalismus schürte. Ab 1990 wurde der autonome Status Kosovos beinahe gänzlich aufgehoben und die kosovo-albanische Bevölkerung zunehmend diskrimminiert, beispielsweise durch die Einschränkung der Pressefreiheit, dem Verbot des Verkaufs oder des Vermietens von in serbischem Besitz stehenden Grundstücken an Kosovo-Albaner oder mit einem Gesetz vom 17. Juli 1991, welches den öffentlichen Gebrauch der albanischen Sprache im Kosovo verunmöglichte (Quelle: “Kosovo Spring“, International Crisis Group, 20.03.1998, p.4).

Since the revocation of Kosovo’s autonomy, the human rights abuses against ethnic Albanians by the Serbian and Yugoslav governments has been constant. The names of the victims change, but the frequency and manner of the beatings, harassment and political trials remain the same. It is a status-quo of repression. … The brutality of the police continues against the population. Random harassment and beatings is a daily reality for ethnic Albanians in Kosovo, especially those in the villages and smaller towns. No policemen are ever held accountable for their actions, even when their brutality results in the death of an innocent person. — Fred Abrahams, Kosovo researcher at the Human Right Watch zitiert in “Kosovo Spring“, International Crisis Group, 20.03.1998, p.6).

Die Auseinandersetzungen wurden mit den Aktionen der Befreiungsarmee des Kosovos (UÇK) zunehmen gewalttätig. Zwischen 1996 und 1997 bekannte sich die UÇK zu den Morden von fünf Polizisten, fünf serbischen Zivilisten und elf kosovo-albanischen Zivilisten, denen eine Zusammenarbeit mit dem serbischen Regime unterstellt wurden. Um den zunehmenden Attacken und Anschlägen der UÇK Herr zu werden, führte die serbische Sonderpolizei und Einheiten der Armee im März 1998 eine Grossoffensive gegen die UÇK durch, wobei es auch zu Übergriffen auf die kosovo-albanische Bevölkerung kam. Die Konsequenzen der Aktion waren eine Stärkung der UÇK durch die zunehmende Unterstützung aus der kosovo-albanischen Bevölkerung, das Einsetzen von Flüchtlingsströmen und die Verhängung von Wirtschaftssanktionen gegenüber Serbien. Zwischen März 1998 und März 1999 gab es rund 460’000 Vertriebene: 260’000 verblieben innerhalb des Kosovos, 100’000 flüchteten in die umliegenden Staaten und 100’000 nach Westeuropa, wobei es bei den Vertriebenen überwiegend um Kosovo-Albaner handelte und um rund 30’000 Kosovo-Serben, die in andere serbische Regionen zogen (vgl.: “Kosovo Crisis Update“, UNHCR, 30.03.1999). Bei den ab 6. Februar 1999 unter NATO-Vermittlung laufenden Friedensgesprächen in Rambouillet zeigte sich die Delegation der Kosovo-Albaner bereit ein Kosovo innerhalb Serbiens mit umfassender Von der NATO durch Luftbombardierung zerstörte Eisenbahnbrücke über die Donau in der Nähe von Novi Sad in der Provinz Vojvodina im Norden Serbiens.Autonomie zu akzeptieren, die UÇK zu entwaffnen und die Stationierung von NATO-Truppen zuzulassen. Die Unterzeichnung des Abkommens wurde jedoch von der serbischen Delegation verweigert. Das Scheitern des Abkommens führte zwischen dem 24. März 1999 und dem 10. Juni 1999 zur Bombardierung serbischer Militäreinrichtungen und der Infrastruktur durch die NATO (ohne UNO-Mandat). Nach dem Einlenken der serbischen Regierung beschloss der UN-Sicherheitsrat am 10. Juni 1999 in der Resolution 1244 die Einsetzung einer zivilen Übergangsverwaltung (UNMIK) und die Entsendung einer NATO-geführten Friedenstruppe (KFOR), zu deren Aufgaben die Gewährleistung der Rückkehr der Flüchtlinge, die Entwaffnung der Konfliktparteien und der Aufbau von Institutionen zur Selbstverwaltung gehörten. Trotzdem konnte die KFOR einen Flüchtlingsstrom der nicht kosovo-albanische Bevölkerungsteile aus dem Kosovo nicht verhindern. Auch wenn die Zahlen je nach Quellen stark variieren, flüchteten 80’000-164’000 Kosovo-Serben, Roma u.a. aus Angst vor Vergeltungsmassnahmen (Quelle: “Abuses against Serbs and Roma in the new Kosovo“, Human Right Watch 11:10, August 1999). In der Resolution 1244 wird die substantiellen Autonomie und tatsächlichen Selbstverwaltung Kosovos bekräftigt, der tatsächliche Rechtsstatus jedoch nicht festgelegt. Deshalb wurden 2005 Verhandlungen zur Festlegung des Rechtsstatus des Kosovos eingeleitet. Die USA und die europäischen Staaten im UN Sicherheitsrat strebten mit Resolutionsentwürfen eine möglichst weitgehende Autonomie Kosovos an, Russland jedoch wollte nur eine Resolution annehmen, die für Belgrad akzeptierbar erschien (Quelle: “UN Security Council remains divided on Kosovo“, SETimes, 10.07.2007). Schliesslich am 17. Februar 2008 erklärte das kosovarische Parlament den Kosovo als unabhängig. Costa Rica, Frankreich, die USA, Türkei, Albanien, Grossbritannien und Afghanistan anerkannten die Unabhängigkeit bereits am darauffolgenden Tag. Die Anerkennung der Unabhängigkeit ist in der internationalen Staatengemeinschaft jedoch bis heute umstritten – bisher anerkennen 81 der 193 UN-Mitgliedstaaten sie an. Damit stellt der Kosovo ein interessanter Fall für das internationale Sezessionsrecht dar und es können zwei grundlegende Fragen gestellt werden: Gibt es für die Unabhängigkeitserklärung eine international anerkannte rechtliche Grundlage, so dass die Staatengemeinschaft den Kosovo quasi als unabhängiger Staaten anerkennen müssten oder verstiess der Kosovo mit der Unabhängigkeitserklärung gar gegen internationales Recht?

Die internationale Staatengemeinschaft ist grundsätzlich sezessionsfeindlich eingestellt. Bereits bei der Ausarbeitung der Charta der Vereinten Nationen wurde die Idee, dass diese als Grundlage für Sezessionsforderungen herangezogen werden könnte, abgelehnt. Auch wenn die UN-Charta im Artikel 1 Absatz 2 die Selbstbestimmung der Völker festhält, so kann die Selbstbestimmung einer Volksgruppe auch innerhalb eines Staates mit Autonomierechten sichergestellt werden (ausserdem definieren Rechtswissenschaftler den Begriff “Volk” unterschiedlich und die Selbstbestimmung der Völker ist in der UN-Charta nicht als Selbstzweck, sondern zur Erhaltung des Friedens aufgeführt). Auch der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte sowie der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte wurden bis anhin nie als Grundlage sezessionistischer Bestrebungen herangezogen. Es gibt Fälle, da besitzen Staatsgebiete gegenüber ihrem Mutterstaat ein Sezessionsrecht: ehemalige Kolonien können sich von ihren Kolonialstaaten loslösen, eine Kosovo Declares Independence (Bild: Christophe Calais, Corbis)Sezession ist auch möglich bei Zustimmung durch das gesamte Staatsvolk (sezessionswillige Bevölkerung und Bevölkerung des Mutterstaates), wenn die Sezession eines Teils des Mutterstaates im nationalen Recht des Mutterstaates vorgesehen ist und dabei dem aufgeführten Verfahren gefolgt wird oder wenn eine Region völkerrechtswidrig annektiert wurde und sich anschliessend vom annektierenden Staat lossagt. Wie wir aus der kosovarischen Geschichte erkennen, trifft keiner dieser vier Bedingungen zu und somit besteht grundsätzlich kein Sezessionsrecht. Es gibt jedoch Staaten (unter anderem Deutschland), die anerkennen in extremen Ausnahmefällen ein Sezessionsrecht für Volksgruppen, wenn diese in unerträglicher Weise unterdrückt werden und die Abspaltung als allerletzter Ausweg zur Verhinderung weiterer völkerrechtliche Verbrechen, strukturierte Diskriminierung und massive Menschenrechtsverletzungen offen steht – es handelt sich dabei aber um kein auf internationaler Ebene zugesprochener Rechtsanspruch. In solchen schweren Fällen betrachtet das internationale Recht eine humanitäre Intervention basierend auf einem Mandat des UN-Sicherheitsrates als angemessenere Lösung, welche die Wurzel des Übels – also das Verhalten des Unterdrückerregiems – nachhaltig bekämpfen soll. So räumte die internationale Staatengemeinschaft im Falle Eritreas (wurde nach über 30 Jahren Unabhängigkeitskrieg erst 1993 mit Zustimmung Äthiopiens unabhängig) und Tschetscheniens (russische Republik) keine Sezessionsrechte auf Grund völkerrechtlicher Verbrechen, Diskriminierung oder Menschenrechtsverletzungen ein. Im Falle des Kosovos gab es im Februar 2008 keine Gründe im Sinne eines allerletzten Auswegs um eine Sezession rechtlich zu begründen, im Gegenteil gewährleistete die UNMIK-Mission den Schutz der Menschenrechte im Kosovo. Die Gründe der ersten Staaten für die Anerkennung der Unabhängigkeit Kosovos lagen weniger in den rechtlichen Überlegungen, sondern an politischen Motiven, der Überzeugung damit Stabilität auf dem Balkan zu schaffen, an der Einschätzung einer gescheiterter internationaler Verhandlung über den rechtlichen Status des Kosovos und an der bereits de facto durchgeführten Abspaltung der serbischen Regierung durch die internationale Interimsverwaltung (vgl.: Martti Ahtisaari, “Report of the Special Envoy of the Secretary-General on Kosovo’s future status“, Security Council, Dokument S/2007/16, 26.03.2007).

In einer Situation, in der emotional so viel auf dem Spiel steht und widersprüchliche Interessen aufeinandertreffen, gibt es keine Ideallösung. Der Bundesrat ist aber der Auffassung, dass diese neue Etappe in der politischen Neugestaltung der Region jeder anderen Lösung vorzuziehen ist. Er ist zudem der Ansicht, dass diese Anerkennung angesichts der besonderen Umstände im Falle von Kosovo keinen Präzedenzfall darstellt. Die Klärung des Kosovostatus ist eine Voraussetzung für die Stabilität und die wirtschaftliche und politische Entwicklung ganz Südosteuropas. Der Bundesrat hat seinen Willen zum Ausdruck gebracht, das Engagement der Schweiz fortzusetzen und sich aktiv an den internationalen Bemühungen in Kosovo und in der Region zu beteiligen. — “Erklärung von Bundespräsident Pascal Couchepin“, 27.02.2008.

In einer Resolution bat Serbien um die Klärung der Frage, ob der Kosovo mit seiner Unabhängigkeitserklärung gegen internationales Recht verstossen habe. Die UN Generalversammlung nahm die Resolution am 08. Oktober 2010 mit 77 gegen 6 Stimmen an, wobei sich 74 Staaten einer Stimme enthielten (unter anderem die Schweiz). Das Rechtsgutachten zur Klärung dieser Frage wurde dem Internationale Gerichtshof (IGH) in Auftrag gegeben, hat jedoch keine rechtliche Wirkung. Nach Ansicht des IGH verstösst die Unabhängigkeitserklärung Kosovos nicht gegen das Völkerrecht. Zwar habe sich die internationale Staatengemeinschaft bzw. insbesondere der UN Sicherheitrat schon mehrmals gegen die Unabhängigkeit eines Staates ausgesprochen (Südrhodesien – 1965, Nordzypern, Somaliland, Srprska usw.), dies liege jedoch nicht generell an einer ablehnenden Haltung gegenüber einer Staatssezession, sondern an damit verbundenen, spezifischen Normen des internationalen Rechts, die dabei verletzt worden wären (beispielsweise gewalttätige Besetzung eines Gebietes durch Separatisten). Im Falle des Kosovos habe der UN Sicherheitsrat keine solche Verletzungen des internationalen Rechts genannt; damit verstosse die Unabhängigkeitserklärung Kosovos nicht gegen internationales Recht. Ausserdem lasse die Resolution 1244 des UN Sicherheitsrats den endgültigen rechtlichen Status Kosovos offen. In der Vergangenheit hielt der UN Sicherheitsrat Einschränkungen in Bezug eines endgültigen, rechtlichen Status eines territorialen Gebiets in den entsprechenden Resolutionen fest (beispielsweise in der Resolution 1251 Paragraph 11 in Bezug auf Zypern). Da in der Resolution 1244 keine solche einschränkende Formulierung festgehalten wurde, schliesst der UN Sicherheitsrat eine Unabhängigkeit Kosovos nicht aus. Der Befund des IGH, dass die Unabhängigkeit Kosovos weder internationales Recht noch die Resolution 1244 des UN Sicherheitsrates verletzt, wurde mit 10 gegen 4 Stimmen angenommen. Dagegen gestimmt hatten der Vizepräsident des IGH Peter Tomka (Slowakei) sowie die Richter Abdul Gadrie Koroma (Sierra Leone), Mohamed Bennouna (Marokko) und Leonid Alexejewitsch Skotnikow (Russland).

Fazit
Wie oft im internationalen Völkerrecht gibt es keine handfeste rechtlichen Grundlagen, welche das Handeln eines Staates abschliessend bewertet; entscheidend ist viel mehr die Reaktion der übrigen Staaten. Auch wenn der Kosovo sich bei seiner Unabhängigkeitserklärung auf kein internationales Recht abstützen kann, so verstösst sie nach Ansicht des IGH gegen kein solches und auch nicht gegen die Resolution 1244 des UN Sicherheitsrats. Insbesondere die Ausführungen von Martti Ahtisaari, UN Spezialgesandter bei der Verhandlungen des rechtlichen Status beim Kosovo und Friedensnobelpreisträger 2008 unterstreichen die Auffassung, dass die Unabhängigkeit des Kosovos aus politischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Gründen die beste Lösung darstellt. Er hält jedoch auch fest, dass dies eine für den Kosovo massgeschneiderte Lösung darstellt und keinen Präzidenzfall für andere Sezessionsbestrebungen bildet.

Concluding this last episode in the dissolution of the former Yugoslavia will allow the region to begin a new chapter in its history — one that is based upon peace, stability and prosperity for all. — Martti Ahtisaari, “Report of the Special Envoy of the Secretary-General on Kosovo’s future status“, Security Council, Dokument S/2007/16, 26.03.2007.

Bildverzeichnis
Oben rechts: Von der NATO durch Luftbombardierung zerstörte Eisenbahnbrücke über die Donau in der Nähe von Novi Sad in der Provinz Vojvodina im Norden Serbiens.
Mitte links: Eine Skulptur, bei der grosse Buchstaben das Wort “Newborn” formen wird von Unterschriften der lokalen Anwohner geziert, welche die Unabhängigkeit am 17. Februar 2008 in Priština feiern (Bild: Christophe Calais, Corbis).

Quelle
Heiko Krüger, “Kosovo, Abchasien, Südossetien und das internationale Sezessionsrecht“, Verlag Dr. Köster, Berlin, September 2009.

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4 Responses to Kosovo und das internationale Sezessionsrecht

  1. edi says:

    wow. ein echt ausgeführter beitrag zu diesem thema. meiner meinung nach auch relativ neutral. einfach klasse!
    deutschland und frankreich hatten in beiden weltkriegen gegeneinander gemetzelt, heute lenken sie die wirtschaft der eu. wiso nicht auf im balkan? vergangenheit ist vergangenheit, man kann vergeben aber nicht vergessen und kümmert euch um die zukunft :)

  2. Dardan says:

    Sehr geehrter Herr Herbet. Schöner Artikel.

    Nun, für mehr Informationen besuchen Sie bitte die Seite kosova-aktuell.de

    Ich erlaube mir, einen Artikel über die wahre Schlacht auf dem Amselfeld.:

    Die Wahrheit über die Schlacht in Fushë-Kosovë im Jahre 1389 (Quelle Kosovaaktuell.de)

    Dokumentation – Verfasst von Fan S. Noli- Die serbische Propaganda verwendete insbesondere die Schlacht auf dem Kosovo (1389), die sie als unsterblichen Mythos des jugoslawischen Volksideals darstellte und als Argument, die Forderungen der Serben im Kosovo zu rechtfertigen. In Wahrheit ereignete sich die Schlacht auf dem Kosovo – die die Serben sehr stark dafür ausnutzten, sich alle Theorien darüber zu Eigen zu machen – zwischen den Türken und einer christlichen Koalition unter dem Kommando des serbischen Königs Lazar, welcher im Krieg fiel.
    Es muss also klar gestellt werden, dass die Schlacht auf dem Kosovo kein alleiniges Werk der Serben war, sondern das Werk einer christlichen Koalition, bestehend aus: Serben, Albanern, Bulgaren, Bosniern, Dalmaten und Ungaren.

    Die Albaner standen unter dem Kommando des Prinzen Gjergj Kastrioti, dem Grossvater unseres Volkshelden Skanderbeg. Doch das allgemeine Kommando wurde dem serbischen König Lazar anvertraut, und dies aus dem Grund, weil keine der Truppen der Alliierten von einem König kommandiert wurden und weil das serbische Heer zahlenmäßig das Grösste war.

    Die serbischen Kräfte und die allierten Truppen, die auf dem Feld des Kosovo kämpften, waren darum bemüht, die türkische Invasion mit einer Expedition zu stoppen, die mehr den Charackter eines Kreuzzuges hatte, um den Aufmarsch der muslimischen Gefahr zu stoppen, als dass der Krieg einen Volkscharackter trug.

    Die Historiker kennen diese Schlacht als einen neuen Kreuzzug gegen die osmanischen Kräfte, die zunahmen und die christliche Welt bedrohten.

    Wie dem auch sei; die albanischen Streitkräfte zollten in dieser Schlacht ihren Kontribut aus erster Hand: 1389 vereinten sich Gjergji der II Balsha, Theodor II Muzaka, Gjergi Kastrioti (der Grossvater von Skanderbeg) und einige andere albanische Prinzen, mit König Lazar aus Serbien, welcher einen Kreuzzug gegen Sultan Murad I. organisierte.

    Die Kreuzzugsarmee, bestehend aus Serben, Bulgaren, Bosniern, Albanern, Valachen, Polen und Ungaren, versuchten sich auf dem Feld des Kosovo gegen die türkischen Streitkräfte.

    Am Kriegsrat, der unter dem Vorstand des Königs Lazar abgehalten wurde, schlug Gjergj Kastrioti vor, die Türken nachtsüber anzugreifen, doch dieser Vorschlag missfiel den Anderen, weil die Feinde so einer vollständigen Niederlage entkommen und mit der Dunkelheit verschwinden könnten.

    Sie schlugen also tagsüber zu, und wurden vollständig von den Türken besiegt. Unter den Getöteten war Sultan Murat I selbst und Teodor II Muzaka.

    (Die Geschichte von Skanderbeg, von Fan S. Noli, Boston 1921, S. 37)

    Nachtrag zur Biografie von Fan S. Noli

    Wer war Fan S. Noli?

    Geboren in Thrakien lebte Noli als junger Mann in der griechischen Hauptstadt Athen und im ägyptischen Alexandria. Er war in seinen jungen Jahren als Hauslehrer, Übersetzer und Schauspieler tätig.

    Über seine Kontakte zur albanischen Diaspora wurde er früh ein Anhänger der albanischen Nationalbewegung Rilindija. 1906 ging er in die USA nach Boston, um dort die albanische Emigrantengemeinde für die Nationalbewegung zu mobilisieren.

    Noli arbeitete für verschiedene Zeitschriften und engagierte sich vor allem für die Gründung einer orthodoxen albanischen Kirche in den USA, weil die orthodoxen Albaner sich von der griechischen Kirche, der sie bis dahin angehörten, unterdrückt fühlten. Er wurde 1908 von einem russischen Bischof zum Priester geweiht und zelebrierte im selben Jahr erstmals die Liturgie in albanischer Sprache.

    Von 1908 bis 1912 absolvierte Noli ein Studium in Harvard und kehrte dann nach Europa zurück, um auch dort die albanische Unabhängigkeitsbewegung zu unterstützen.

    1913 kam er zum ersten Mal in das gerade unabhängig gewordene Albanien. Während des Ersten Weltkriegs hielt er sich wieder in den USA auf, wo er der Vorsitzende des albanischen Vereins Vatra wurde. Damit war er praktisch das Oberhaupt der albanischen Diaspora in Nordamerika.

    Nach dem Krieg konnte er den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson dazu bewegen, sich bei den Pariser Friedensverhandlungen für die albanische Unabhängigkeit auszusprechen, die dann auch erreicht werden konnte. Mit der Aufnahme Albaniens in den Völkerbund war der junge Staat international anerkannt. Auch dieser Erfolg war wesentlich ein Verdienst von Fan Noli.

    Quelle: Wikipedia.de

    Anmerkung der Redaktion von Kosova-Aktuell :Fan Noli war 1924 Ministerpräsident in Albanien. Gegen Ende des Jahres wurde er durch Ahmed Zogu, der mit Hilfe von serbischen Truppen in Tirana einzog gestürzt. Fan. Noli wollte in Albanien eine demokratische Bodenreform durchführen und die Herrschaft der Grundbesitzer beenden. Fan. Noli unterhielt enge Beziehungen mit der damaligen Sowjetunion und hatte einen intensiven Briefkontakt mit Lenin. Die damalige SU unterstützte Fan. Noli auch in der Forderung Kosova aus der schrecklichen serbischen Terrorherrschaft zu befreien.

    (http://kosova-aktuell.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1602&Itemid=40)

    Mit freundlichen Grüssen

  3. Pingback: Der Nordkosovo lässt sich nicht integrieren | Offiziere.ch

  4. Informativ. Danke dafür. Gruss, der daenke-admin

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